Eine Partei übergreifende Allianz für die Zukunftsgestaltung von Heckeshorn ist am Montagabend beim dritten Diskussionsabend der FDP Zehlendorf-Wildwest zu diesem Thema zustande gekommen. Während sich Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) bereit erklärte, sofort wieder das Verfahren, das die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) an sich gezogen hat, in ihre Verantwortung zu übernehmen, wenn es keine Auflagen gebe, verabredeten die Grünen-Kreisvorsitzende von Steglitz-Zehlendorf, Susanne Mertens, das Abgeordnetenhaus-Mitglied Stephan Standfuß (CDU) und der FDP-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, der als FDP-Ortsverbandsvorsitzender zu diesem Abend eingeladen hatte, künftig an einem Strang zu ziehen. Die SPD hatte bereits im Vorfeld Kooperationsbereitschaft signalisiert, die Linke deutlich gemacht, dass sie auf Seiten ihrer Senatorin stehe.

 

 

Czaja betonte, dass Transparenz und Ehrlichkeit das Gebot der Stunde sei, und konfrontierte die Bezirksbürgermeisterin mit einem Schreiben der Finanzverwaltung, in dem es wörtlich heißt: „… kann ich Ihnen jedoch mitteilen, dass sich der Steuerungsausschuss Konzeptverfahren zuletzt in seiner 2. Sitzung am 21.12.2017 mit dem Standort Heckeshorn befasst hat. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf war durch Frau Stadträtin Schellenberg vertreten In der Sitzung wurde die von der BIM in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt Steglitz-Zehlendorf beauftragte städtebauliche Studie der GRAFT Architekten vorgestellt. der Bezirk befürwortete die Ergebnisse grundsätzlich, äußerte jedoch bedenken hinsichtlich der Verkehrssituation und betonte den Bedarf eines Schulstandortes in dem betreffenden Areal.“ Dies nannte die CDU-Politikerin eine „glatte Lüge“.

 

 

Der aus Hamburg angereiste Anwalt Gero Tuttlewski erläuterte den über 100 Teilnehmern des Abend den juristischen Rahmen um Heckeshorn und zeigte rechtliche Möglichkeiten der Anwohner und des Bezirks auf. Dabei ermunterte er die Bezirksbürgermeisterin, juristisch gegen das – nach Ansicht aller Anwesenden rechtswidrige – An-sich-ziehen durch die Stadtentwicklungssenatorin juristisch vorzugehen. Richter-Kotowski kündigte an, dies noch einmal mit ihren Juristen zu beraten, die ihr von diesem Schritt abgeraten hatten.

 

Czaja fasste zusammen, was die nächste Schritten sein müssten. Erstens: Innerhalb von vier Wochen eine gemeinsame Position finden, formulieren und veröffentlichen. Zweitens: Hierzu die Meinung der Anwohner einholen, um mit einer Stimme sprechen zu können. Und drittens: Nicht reden, sondern machen.