Chausseestraße beruhigen

In dem Haus in der Chausseestraße 2, Baujahr 1910, wackeln nach Angaben des Eigentümers Wände und Decken, ausgelöst durch den Straßenverkehr im morgendlichen und abendlichen Pendlerverkehr. Insbesondere der Schwerlastverkehr und die Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit von 30 km/h auf dem Wilhelmsplatz und der anliegenden Kreuzung von Chaussee-, Glienicker und Kohlhasenbrücker Straße, also vor dem alten Schulhaus, würden zu Erschütterungen führen sowie die Betten und Schränke wackeln lassen.

 

Beide Fassaden werden nach Meinung von Joachim Fleck von den Schallamplituden senkrecht getroffen und geraten so in Schwingung, im Unterschied zum streifenden Einfall bei Vorder- und Hinterwand.

„Wir wohnen hier eigentlich sehr gerne und zeitweise auch ganz ruhig, was sich aber jeden Morgen von 5.30 bis 8.30 Uhr und abends von 17.00 bis 20.00 Uhr schlagartig ändert: Entweder werden wir aus dem Schlaf gerissen oder aber der Fernseher an der Wand wackelt, da Wände und Boden ächzen und die Gläser im Schrank klappern“, berichtet Joachim Fleck. Bei Schienenersatz- und Ausflugsverkehr an den Wochenenden sei es ähnlich. „Wir alle genießen seit Öffnung der Mauer sehr den nun freien Zugang nach Steinstücken, Babelsberg, Potsdamer und Brandenburger Land, was in meiner Kindheit unerreichbar war. Aber der starke Aus- und Wohnungsbau in Babelsberg und Potsdam hat den Durchgangsverkehr in Stölpchensee auf unerträgliche Weise vervielfacht“, sagt Fleck. Da helfe auch kein Ensembleschutz im Gaslampenlook (s. u. Bebauungsplan 2012) um den Wilhelmplatz, wenn die Häuser im Verkehr zerbröselten.

Da es für die Babelsberger bzw. Potsdamer und den Fernreiseverkehr neben der Autobahn nur die Wege über die Kohlhasenbrücker Straße oder die Glienicker Brücke gebe, die sich dann beide wieder an der Wannseebrücke träfen, wo sie die Insel Wannsee wieder verließen, wird sich nach Ansicht von Fleck das Problem von alleine nicht lösen, sondern nur schlimmer werden. Irgendwann werde auch Corona vorbei sein und der ÖPNV wieder stärker genutzt werden, aber langfristig sei weniger Durchgangsverkehr wohl nicht zu erwarten. „Vielleicht könnte man kurzfristig wenigstens erst mal den Schwerlastverkehr ausschließen und eine feste Blitzanlage aufstellen“, schlägt Fleck vor. Langfristig sollte bzw. müsse man darüber nachdenken, ob man den Ortsteil Wannsee mit Stölpchensee und dem Wilhelmsplatz aufgebe oder vielleicht doch besser schütze. Dazu könne man den alten Königsweg (rot) wieder aufleben lassen und ausbauen oder eine Straße – aus Naturschutzgründen – parallel zur S-Bahn (blau) bauen, die in den Stahnsdorfer Damm mündet. Das würde auch die Brücken in Wannsee sehr entlasten.

Hintergrund

Nachfolgende Dokumente sollen die Hintergründe erhellen, die den politischen Entscheidungen der Verantwortlichen im Bezirk und im rot-rot-grünen Senat zu Grunde liegen:

15. Dezember 2020

Antwort auf die Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sebastian Czaja (FDP) vom 23. November 2020 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 25. November 2020) zum Thema: Pendlerverkehr zwischen Postdam (Babelsberg) und Berlin über Kohlhasenbrück